Tweets von Omid Nouripour

Omid Nouripour war am politischen Aschermittwoch zu Gast bei den Grünen Rheinland-Pfalz und Koblenz. Nouripour skizzierte das Versagen der Bundesregierung und warf FDP-Chef Westerwelle "asoziale" Rhetorik vor.

Bündnisgrüne wettern gegen Nürburgring und Zentralplatz

Rundumschlag im „Circus“: Auch Bundesregierung bekommt ihr Fett weg
KOBLENZ. Am Aschermittwoch darf´s in der Politik gerne ein bisschen deftiger sein. Da machen auch Bündnis 90/Die Grünen in Koblenz und Rheinland-Pfalz keine Ausnahme. Sie unterwerfen sich keiner politischen Fastenzeit, sondern schlachten im Vorjahr der nächsten Landtagswahl Fehler und Versäumnisse der Konkurrenz genüsslich aus.

Den Brei aus Nürburgring, Hartz IV-Diskussion und schwarz-gelber Regierungsbilanz konnten am Mittwochabend auch die drei Köche, die beiden Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour und Tabea Rößner sowie Landesvorstandssprecher Daniel Köbler, kaum verderben. Wenn dann der Veranstaltungsort auch noch rein zufällig „Circus Maximus“ heißt, drängt sich der erste Seitenhieb auf FDP-Parteichef Guido Westerwelle und die von ihm zitierte „spätrömische Dekadenz“ förmlich auf. Westerwelles Ausspruch über die Hartz-IV-Empfänger kommentierte der Hauptredner des Abends, Nouripour, mit klaren Worten: „Asozial, wie er über diese Leute redet.“ Auch die schwarz-gelbe Bundesregierung bekam ihr Fett weg. Sie habe bisher nichts auf die Reihe bekommen, stellte Nouripour fest. Nicht nur der Lack sei ab, sondern das ganze Auto sei schon hinüber. Nouripour bracht seine Regierungskritik mit den drei Schlagwörtern „Kuhhandel, Klientelpolitik, Inkompetenz“ auf den Punkt und nahm am Ende seiner Rede geschickt die Kurve zu einem Loblied auf seine eigene Partei: „Man sieht, wie wichtig die Grünen sind.“

Dieselbe Strategie verfolgten auch die anderen Redner des Tages. Köbler münzte seine Worte auf Kurt Becks rote Regierung, die ihre Landespolitik allein auf Prestigeobjekte ausrichte, etwa den Nürburgring. Der ist für den bevorstehenden Landtagswahlkampf ein gefundenes Fressen auch für die Grünen. Köbler nannte es „perfide“, immer noch von einem Erfolgskonzept zu sprechen, wo doch Millionen von Steuergeldern verbrannt werden. Beck solle endlich die Verantwortung für dieses Desaster übernahmen.

In dieselbe Kerbe hauten auch Tabea Rößner, die Schwarz-Gelb ein klägliches Versagen vorwarf, und der Koblenzer Grüne Nils Wiechmann, der gegen die Schuldenpolitik der Stadt wetterte: „Was dem Land der Nürburgring , ist in Koblenz der Zentralplatz.“ (ike)



Quelle: Rheinzeitung vom 19.02.2010

 

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