Tweets von Omid Nouripour

Montag, den 28. September 2009
PDF
Drucken
E-Mail

In Frankfurt ist die Erosion der Volksparteien SPD und CDU besonders deutlich. Omid Nouripour findet, die Grünen haben nicht geschafft, enttäuschte SPD-Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Grünen vergeht das Lachen
Frankfurt. Die Wahlplakate der Grünen scheinen gute Andenken abzugeben. Immerhin war gestern kurz nach der ersten Hochrechnung am Sachsenhäuser Ufer eine ganze Gruppe junger Leute damit beschäftigt, sie von den Laternen abzuschneiden und nach Hause zu tragen. «Schwarz-Gelb, nein Danke», steht auf den Postern, die derart reißenden Absatz fanden. Unter dem Slogan: Zwei gelbe Tonnen mit Atommüll... «Ich finde das Motiv gut», sagt eine junge Studentin, die das Plakat über den Eisernen Steg davonträgt. Sie will es sich als Poster in die Küche hängen. «Vielleicht hat es mal Sammlerwert. In jedem Fall ist es eine Erinnerung an den Atomausstieg. Denn mit dem wird es wohl nichts bei einer schwarz-grünen Regierung. »

Eine knappe halbe Stunde zuvor im Römer hatte Olaf Cunitz, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtparlament, ähnliche Sorgen. Kaum war im Sitzungssaal seiner Fraktion die erste Hochrechnung auf dem Beamer erschienen, war er der Erste, der das Ergebnis pessimistisch kommentierte: «Bei der Atomlobby knallen jetzt die Korken. Das war es wohl mit dem Ausstieg aus der Kernenergie.» Auch Vorstandssprecher Bastian Bergerhoff sah schwarz für das politische Erbe der Grünen in Deutschland: «Die Gefahr ist groß, dass das, wofür wir gekämpft haben, nun verlorengeht.»

Wenig begeistert zeigte sich Omid Nouripour, neben Martina Feldmayer einer der beiden Direktkandidaten der Grünen für Frankfurt: «Wir haben es nicht geschafft, enttäuschte SPD-Wähler auf unsere Seite zu ziehen. Ich hoffe jedoch, dass unsere Enttäuschung möglichst schnell in konstruktive Oppositionsarbeit umschlägt.»

Später, bei der Wahlparty seiner Partei im Yacht-Club zeigte er sich jedoch wieder zuversichtlicher: «Wir werden auch außerhalb des Parlaments Opposition zeigen. Der Lärmschutz gegen den Flughafen gehört zu unseren wichtigsten Themen. Und für den Ausstieg aus der Atomenergie werden wir weiter kämpfen.» Die Stimmung unter seinen Parteifreunden war jedoch eher schlecht, der Applaus nur spärlich. Und das trotz des besten Wahlergebnisses seit Gründung der Grünen. «Wir hätten einfach mehr holen müssen. Ich bin schon ein wenig frustriert», sagt Anette Jülich (26). «Allerdings glaube ich nicht, dass schwarz-gelb länger als vier Jahre hält», sagt ihr Freund Markus beschwichtigend. Eine Einschätzung, die Martina Feldmayer zuvor teilte: «Es wird nun einen sozialen Kahlschlag geben, den die Wähler in der nächsten Legislaturperiode quittieren werden. Danach gibt es einen Regierungswechsel.»

Der Einzige, der mit dem Rekordergebnis anscheinend glücklich war: Verkehrsdezernent Lutz Sikorski. Entspannt stand er im Foyer des Römers und kommentierte bei einem Bierchen die Ergebnisse der Hochrechnungen. «De facto macht es nun keinen Sinn mehr, von Volksparteien zu sprechen, da keine Partei über 40 Prozent hat. Wir habe nun ein Fünf-Parteien-System, wie es auch in anderen europäischen Staaten üblich ist.» Mit dem Ergebnis für seine Partei sei er einigermaßen zufrieden. «Ich denke, dass die Wähler unsere gute Arbeit spüren.»

Quelle: FNP vom 28.09.2009

 

Kommentar-Funktion verbergen

Antispam Bild aktualisieren