Tweets von Omid Nouripour

Der Flughafen Frankfurt ist einer der wichtigsten Jobmotoren für ganz Hessen. Auch deshalb muss seine Entwicklung im Einklang mit den Bedürfnissen der Menschen in der Rhein-Main-Region im Einklang stehen. Viele Bürgerinitiativen und die hessischen Grünen warnen seit weit über zehn Jahren vor den Folgen des stetigen Flughafenausbaus. Wir haben uns stets für ein konsequentes Nachtflugverbot und gegen den unnötigen Ausbau eingesetzt. Die neuen Flugrouten und Anflugverfahren, die seit März dieses Jahres gelten, gaben einen kleinen Vorgeschmack auf die weitere Entwicklung. Mit der Eröffnung der neuen Nordwestlandebahn im Oktober haben der Fluglärm und die Belastung für die Menschen unerträgliche Ausmaße angenommen.

Der Fluglärm, dem die Region jetzt ausgesetzt ist, übertrifft selbst die Befürchtungen vieler Gegnerinnen und Gegner. Schlafstörungen, Gesundheitsschädigungen sowie Beeinträchtigungen beim Lehren, Lernen und Arbeiten gehören zu den Folgen. Ein Flugverbot von 23 bis 5 Uhr ist hier absolut nicht ausreichend. Vorschläge wie „Dann zieht doch um“ oder „Baut euch bessere Fenster ein“ werden der katastrophalen Situation, in der die Menschen jetzt sind, nicht gerecht.

Während wir Grünen von vielen über Jahre für unseren „Alarmismus“ und unsere Unnachgiebigkeit bei den Themen Flughafenausbau, Fluglärm und Nachtflugverbot belächelt wurden, werfen uns einige Menschen nun vor, uns nicht ausreichend eingesetzt und zu wenig gewarnt zu haben. So kann sich die Wahrnehmung ändern, wenn man direkt betroffen ist. Schaut man sich die Ergebnisse der letzten vier Landtagswahlen an, bekamen CDU, SPD und FDP – und damit die Befürworter des Flughafenausbaus – zusammen jeweils über 75 % der Stimmen. Selbst die Rodung des Kelsterbacher Waldes für die neue Landebahn nahmen die Menschen hin. So sind nun Fakten geschaffen.

Spätestens jetzt sehen die Menschen, dass die Grenzen des Wachstums beim Frankfurter Flughafen nicht nur erreicht, sondern längst überschritten sind. Insbesondere in einer dicht besiedelten Region wie dem Rhein-Main-Gebiet muss dem Gesundheitsschutz eine höhere Bedeutung beigemessen werden als bisher geschehen. Die schwarz-gelbe Landesregierung hat immer wieder versprochen sich für ein Nachtflugverbot einzusetzen. All das waren Lippenbekenntnisse. Schon die Nicht-Beachtung der Mediationsergebnisse und der vereinbarten Beschränkungen der Nachtflüge war nicht hinnehmbar. Aktuell klagt die Landesregierung sogar gegen das Urteil, das das Nachtflugverbot festlegt. Diesen Revisionsantrag muss die Landesregierung zurückziehen!

Eine reine Verlagerung der Nachtflüge zu anderen Flughäfen kann keine Lösung sein. Auch dort gibt es Anwohnerinnen und Anwohner, die sich Ruhe wünschen. Wir fordern ein konsequentes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr. Zurzeit sehen wir, dass es auch ohne Nachtflüge geht. Lufthansa Cargo hat bereits angekündigt, den Sommerflugplan für 2012 ohne Nachtflüge zu erstellen. Es wäre unrealistisch, die Streichung eines Großteils der Flugverbindungen zu fordern. Allerdings sind viele innerdeutsche Flüge nicht nötig. Hier könnten Reisende wie auch Transportgüter auf die Bahn ausweichen. Zumindest innerhalb Europas müssen die Flugverbindungen besser koordiniert werden. Wir brauchen integrierte Verkehrssysteme, insbesondere mit einer besseren Abstimmung von Luft und Schiene. Die Optimierung der Abläufe auf dem Flughafen sowie verbesserte Start- und Landeverfahren könnten zu einer weiteren Entlastung beitragen. Durch eine Abgabe für laute Maschinen, würde die Entwicklung leiserer Flugzeug von den Flugzeugbauern forciert werden.

Die Montagsdemos, die seit einigen Wochen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens stattfinden und immer höheren Zulauf haben, sind ein wichtiges Zeichen der Betroffenen, dass mit der neuen Landebahn und der damit einhergehenden Lärmbelastung endgültig Grenzen überschritten wurden. Dieser Widerstand muss sichtbar bleiben und sich Gehör verschaffen, um weiter Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu bekommen.

> Dieser Beitrag von Omid Nouripour erschien heute in der Reihe "Hier schreibt Ihr Abgeordneter" in der Fuldaer Zeitung. Mehr auf fuldaerzeitung.de

 



M. Luca (17.12.2011 (11:14:39))
Unglaubwürdig Yes No Die Grünen waren zwar die ganze Zeit dagegen, aber sie hatten eh keine Macht etwas daran zu ändern.

Offizieller neuer Kurs von Al Wazir ist: Nachtflugverbot ok, aber die Landebahn muss bleiben!
Das kann ja wohl nicht war sein, warum können den Fehlentscheidun gen in diesem Land nicht Rückgängig gemacht werden ? Oder liegt es eher daran, dass die Grünen in Frankfurt gut mitverdienen und schöne Pöstchen in Stadt und Fraport haben.

Diese Partei bedeutete früher mal Hoffnung, jetzt scheint sie von grünen FDPlern gekapert worden zu sein.

Kommentar-Funktion verbergen

Antispam Bild aktualisieren