Tweets von Omid Nouripour

Seit Ende Dezember hatte der deutsche Türkei-Korrespondent der WELT, Deniz Yücel, nicht mehr journalistisch gearbeitet. Inzwischen ist er in einem Istanbuler Gefängnis in Untersuchungshaft und Opfer haltloser Vorwürfe seitens der türkischen Behörden geworden.

Zahlreiche Medien griffen angesichts dessen in der vergangenen Woche den gemeinsamen Brief Omid Nouripours und des außenpolitischen Sprechers der SPD, Niels Annen, an den türkischen Botschafter auf. Unter anderem berichteten Tagesschau.de, die WELT, der Deutschlandfunk und die Rheinische Post über den offenen Brief, den rund 160 Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen unterzeichnet haben. „Wie es bei jedem freien Journalisten und kritischen Geist der Fall ist, erregt seine Arbeit teilweise Anstoß. Es ist der Anstoß des freien Denkens und der offenen politischen Debatte“, heißt es in dem gemeinsamen Brief. Die Abgeordneten forderten die Freilassung Yücels. "Wir plädieren daher dringend an Sie, sich für die schnelle Freilassung von Deniz Yücel einzusetzen und ihm und seinen KollegInnen die freie Arbeit zu ermöglichen," so der Wortlaut.

Gegenüber der Frankfurter Neuen Presse (23.02.2017) kritisierte Omid Nouripour ferner das Verhalten der Bundesregierung. Es reiche nicht, ein faires Verfahren zu fordern, die Bundesregierung müsse weitaus deutlicher werden. „Die Bundesregierung kuscht schon lange vor Erdogan. Wir lassen uns ganz übel erpressen – auf allen möglichen Ebenen“, so Nouripour. Die verhaltene Kritik aus Deutschland sei ein Grund dafür, dass die Türkei mit großen Schritten Richtung Autokratie schreite und inzwischen auch deutsche Staatsbürger betroffen sind, so Nouripour gegenüber der FNP.

 

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