Tweets von Omid Nouripour

Dem Tagesspiegel erklärte Omid Nouripour angesichts der neu entfachten Debatte über die Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien, dass der Irak deutlich mehr Aufmerksamkeit als bisher verdiene. Vor dem Hintergrund seiner gerade abgeschlossenen viertägigen Irakreise konstatierte er, dass „im Irak mit erheblich weniger Mitteln deutlich mehr erreicht werden“ könnte und auch nicht zu vergessen sei, dass die Asylbewerber aus dem Irak zahlenmäßig ganz weit oben auf der Liste in Deutschland vertreten seien. Zwar sei der Fokus auf Syrien angesichts der vielen Flüchtlinge von dort verständlich, dennoch hätten deutsche Diplomaten bislang zu wenig Engagement bei der Stabilisierung des Landes gezeigt. Die staatlichen Strukturen seien in Folge des Sturzes von Saddam Hussein kollabiert, was die Spannungen im Land massiv verstärkt hätte. "Ignoranz für die Situation im Irak ist völlig falsch", warnte er.

Insgesamt sei die Lage vor Ort als sehr düster zu bezeichnen und die Sicherheitslage desaströs, selbst in Bagdad. Der Verfall des Ölpreises und die Eroberung von Ölquellen durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stelle sowohl die Zentralregierung in Bagdad als auch die Autonomiebehörde der Kurden in Erbil vor große Probleme. Ein Kollaps sei nicht auszuschließen, die Lage sei „hochdramatisch“. Die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit mit dem Iran in diesen Fragen vor dem Hintergrund des Atomdeals seien „eher eine Illusion“, er befürchte anderes. Der Öffnungskurs der Bundeskanzlerin Angela Merkel sei im Übrigen auch im Irak angekommen und er sei häufig gefragt worden, ob wirklich alle nach Deutschland dürften, um dort zu arbeiten.

 

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