Tweets von Omid Nouripour

Samstag, den 02. April 2011
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Die Grüne Jugend Hessen feiert ihr 20jähriges Bestehen. Zur Jubiläumsfeier in Frankfurt schickte Omid Nouripour ein rückblickendes Grußwort, da er leider nicht persönlich kommen konnte.

 

Grusswort zur 20-Jahr-Feier der Grünen Jugend Hessen:

Liebe Leute, die ihr nur ein wenig jünger seid als ich!

Ich wäre heute Abend sehr gern bei euch gewesen. Nur: Auf der GJH-Info-Liste lief gestern folgende eMail:

"Wenn Ihr zwischen 16 und 18 Jahre alt seid und länger als bis 24 Uhr auf der Party bleiben wollt, bringt bitte eine Bescheinigung Eurer Eltern mit."

Sorry, aber nach wochenlanger Abwesenheit wegen des Wahlkampfs konnte ich diesen Konflikt nicht mehr gewinnen!

Aber ihr feiert euch ohne mich sicher auch gut genug, denn Gründe gibt es dafür zuhauf. Mit 20 darf man nun alles, außer in Bad Homburg ins Casino zu gehen. Diese Freiheit sollte die GJH sich nehmen.

Dabei solltet ihr nicht vergessen, was diese spezielle Grüne Jugend so groß gemacht hat im Gegensatz zu so manchen anderen "Grünen Jugenden". Und groß ist die GJH, das sieht man nicht nur anhand der GJH-Amts- und MandatsträgerInnen der letzten zwei Jahrzehnte. Al-Wazir, Berninger, Dorn, Lührmann, Maisch, May, Nouripour, Perschbacher, Sorge sind nur einige wenige Namen, viele andere werden folgen.

Ich glaube, drei Dinge waren stets die Säulen der GJH:

1. Wissen, warum.

An Geburtstagen erzählt Opa ja gern lustige Geschichten aus der Vergangenheit. Wie zum Beispiel der Herbergsvater um 5 Uhr morgens alle weckte mit dem Schlachtruf: "wer hat auf die Klobrille geschissen?!" Oder was Anna Lührmann in Turnhallen so tat. Oder wie es war, als der Schatzmeister Liebeskummer hatte wegen der Geschäftsführerin.

Aber gerade in diesen Zeiten muss ich eine sehr viel ernstere, für mich unvergessliche Geschichte erzählen: nach einer wilden Saufgelage schliefen alle, ich war aber, kein Mensch weiß warum, um 6 schon draußen vor der Jugendherberge in Zwingenberg, wo die LMV statt fand, und schaute mit dem Herbergsvater dem Sonnenaufgang zu. Der beschimpfte erst die Grünen wegen ihrer Auto-Feindlichkeit. Dann schlossen wir Frieden und schauten weiter zum Horizont. Irgendwann fragte ich, auf die Meiler von Biblis am Fuße des Berges zeigend, wie es eigentlich ist, diese Dingerda vor der Haustür zu haben. "Ich habe zwei kleine Kinder. Wenn beide Nasenbluten haben, weiß ich, es gibt halt einen Störfall".

Immer wenn ich an meinen Kollegen verzweifele - also gaaaaaaaaanz selten - muss ich an diese Geschichte denken. Dann weiß ich, warum. Warum die Idee eines Lebens des Menschen im Einklang mit der Natur so unbedingt sich in Organisationen wiederfinden muss. Warum es deshalb die Grünen gibt, warum es eine Grüne Jugend geben muss. Und warum ich hier hingehöre.

2. Wissen, wie.

Die GJH hat immer davon gelebt, dass sie nicht immer nur von radikalen Sprüchen gelebt hat. Wir haben den Alt-Grünen immer versucht klarzumachen, dass Visionen auch Realismus brauchen. Sei es in der Schulpolitik, sei es in der Frage der Verschuldung. Wer sich nur in Radikalismus übt, ohne das Wie zu formulieren, ist auf Dauer nicht glaubwürdig.

3. Wissen, mit wem

Freundschaften schließen, das geht in der GJH sehr gut. Genießt das, denn diese Freundschaften werdet ihr brauchen nicht nur in der Politik. Denn die Möglichkeit, Feindschaften zu schließen, gibt euch die Politik später zuhauf. Und auch dann braucht ihr die Freunde.

So. Jetzt hat Opi genug testamentiert. In 20 Jahren bin ich 55 und noch immer Ehrenmitglied der Grünen Jugend. Dann ist die GJH ja auch schon eine alte Dame - sorry, liebe Sarah! Dann komme ich vorbei. Und halte eine kürzere Rede, die niemanden zu lange vom Saufen abhält. Versprochen!

Feiert euch schön, und lasst euch schön feiern. Aber am meisten feiert die GJH. Denn sie steht für eine Idee, die größer ist als wir alle.

> Mehr Informationen zur Grünen Jugend Hessen gibt es hier gjh.de

 

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