Tweets von Omid Nouripour

Omid Nouripour spricht auf Einladung der Grünen im Hochtaunuskreis in Bad Homburg zur Afghanistanpolitik der Bundesregierung.

«Partner im Frieden von morgen»
Kreis-Grüne diskutieren über Afghanistan

Aktueller hätte das Thema kaum gewählt sein können. Nur ein paar Stunden vor Beginn der Diskussion der Kreisgrünen über die Situation in Afghanistan waren dort erneut vier deutsche Soldaten ums Leben gekommen.

Hochtaunus. Die Diskussion hatte am Donnerstagabend kaum begonnen, da muste der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungsexperte Omid Nouripour die Runde erst einmal verlassen. Als Obmann der Grünen im Verteidigungsausschuss musste er an einer von Verteidigungsminister zu Guttenberg anberaumten Telefonkonferenz teilnehmen. Nur wenige Stunden zuvor waren erneut vier deutsche Soldaten bei einem Einsatz in Nordafghanistan getötet worden. Niemand zweifelte hernach noch daran, wie wichtig eine Debatte über Afghanistan ist. Die Grünen hatten gute Referenten für das Treffen gewinnen können. Neben Nouripour kam Jugendoffizier Hauptmann Gerrit Hohmann ins Haus der Altstadt, um mit über 40 Gästen zu diskutieren.

Intensiver Kontakt

Quintessenz des Abends: Ein sofortiger Truppenabzug kommt nicht in Frage – da waren sich die Vertreter von Politik und Militär einig. Oder zumindest mehr einig als die Zuhörer, von denen manche darauf drängten, den Afghanistan-Einsatz so schnell wie möglich zu beenden. «Den Appell eines Bürgers, dass die Kriegsgegner von heute die Partner im Frieden von morgen sein würden und dass man daher schon jetzt respektvoll mit Kultur und Menschen umgehen müsse, fand ich sehr treffend», sagt Grünen-Kreisvorstand Norman Dießner. Bis er diese Zusammenfassung gab, wurde viel diskutiert. Nouripour betonte etwa, dass den Deutschen ein Benchmarkingsystem fehle, das etwa Kanada befähige, über einen Truppenabzug für 2011 zu entscheiden.

Hohmann warf ein, dass die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit erst in einem mehrjährigen Prozess begreifen musste, dass etwa Bewässerungssysteme nur angenommen würden, wenn sie mit den Einheimischen entwickelt würden.

Erkenntnis am Schluss: Die intensive Kontaktpflege mit den Bewohnern ist der Schlüssel zum Erfolg. Dies zeigten die holländischen Truppen, deren Einsatz als besonders erfolgreich bewertet werde. Allerdings: Auch die Holländer haben viele Verluste erlitten. sbm

Quelle: FNP vom 17.04.2010

 

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