Tweets von Omid Nouripour

Omid Nouripour hat drei Weilburger Schulklassen nach Berlin eingeladen. Dort besuchten die Schülerinnen und Schüler den Deutschen Bundestag und berichten von ihren Eindrücken.
Schüler erlebten Lehrstück in Politik
Die Weilburger Gymnasiasten vor dem Berliner Reichstag, wo sie ein anschauliches Lehrstück in praktischer Politik erlebten.

Weilburg/Berlin. Der Leistungskurs Politik und Wirtschaft der Jahrgangsstufe 13 des Weilburger Gymnasiums Philippinum hat auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen) drei Tage mit ihrem Tutor Volker Schmidt in der Bundeshauptstadt verbracht.

Ein Lehrstück praktischer Politik bildete die Teilnahme an einer Bundestagsdebatte, die von den Schülern aus Weilburg von der Tribüne aufmerksam verfolgt wurde. Wegen eines Geschäftsordnungsantrags der «Grünen» war das Plenum fast vollständig besetzt, damit die Opposition bei der anstehenden Abstimmung nicht die Mehrheit erreichte. Inhaltlich ging es um die Mehrwertsteuerermäßigung für Hotelübernachtungen, politisch wohl eher darum, die Parteispenden der Hotel-Lobby an die FDP und CSU auszuschlachten. Die anschließende Wahl eines Abgeordneten der «Linken» in das parlamentarische Kontrollgremium war reine Routine und daher weniger aufregend. Dass jedoch die Bundesregierung ebenfalls vollzählig ihre Plätze eingenommen hatte, lag am Beginn der Haushaltsdebatte, die von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eröffnet wurde. Und obwohl Regierungsfraktionen und Opposition nicht zimperlich miteinander umgingen, spürten die Abiturienten, dass Demokratie von einer politischen Auseinandersetzung lebt, die sich in geregelten und öffentlich nachvollziehbaren Bahnen bewegt. Jedem wurde klar, dass hinter den Debatten im Bundestag mehr steckt als die gerne vertretene Wahrnehmung, Politik sei nur Theater.

Ganz anders verlief der Nachmittag im ehemaligen Stasi-Sperrbezirk Hohenschönhausen. Geführt vom ehemaligen Häftling Karl-Heinz Richter, erfuhr die Gruppe eindringlich, mit welcher Inhumanität und Grausamkeit die Machthaber in der DDR ihre Gegner verfolgten. Einzelhaft, Dunkelhaft, mangelnde Ernährung und Hygiene, Schlafentzug – wenn es keinen Rechtsstaat und keine Demokratie gibt, müssen es nicht einmal die grausamsten Foltermethoden sein, um Menschen zu zerbrechen. Nach dieser Führung war die Gruppe lange Zeit sprachlos. Abgerundet wurde der Aufenthalt durch eine Führung im Neuen Museum und einen Streifzug durch das Deutsche Historische Museum.



Quelle: NNP vom 15.02.2010

 

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