Tweets von Omid Nouripour

Montag, den 09. September 2013
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Omid Nouripour tritt im Frankfurter Bundestags-Wahlkreis 183 gegen die CDU-Politikerin Erika Steinbach an. Die Frankfurter Rundschau portraitiert Nouripour in ihrer Ausgabe vom 06. September 2013. Der betont im Gespräch im der FR, dass Erika Steinbach "nichts, aber auch gar nichts mit der Frankfurter Lebenswirklichkeit" zu tun habe.

> Den vollständigen FR-Artikel vom 06. September 2013 lesen auf fr-online.de

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Von Georg Leppert

Omid Nouripour (Grüne) will die CDU-Politikerin Erika Steinbach besiegen – unbedingt, obwohl er über die Landesliste der Grünen abgesichert ist und deshalb mit Sicherheit wieder in den Bundestag einziehen wird.

Eigentlich müsste er jetzt Handkäs’ mit Musik bestellen. Schließlich ist er der Frankfurter Bub. Zumindest steht das so auf seinen Wahlplakaten. Doch Omid Nouripour, Direktkandidat der Grünen im Bundestagswahlkreis 183, bittet in dem Straßencafé am Bornheimer Uhrtürmchen um einen Milchkaffee. Also doch kein Frankfurter Bub? Oh doch. Über die Eintracht weiß der Mann so ziemlich alles. Er schimpft über die desaströse Leistung der Mannschaft beim Saisonauftakt in Berlin, der mit 1:6 verloren ging. Gerade das Spiel hätte Nouripour, Inhaber einer Stehplatz-Dauerkarte im Waldstadion, sehr gerne gewonnen. Schließlich lebt er teils in Frankfurt, teils in Berlin. Immerhin aber ist die Eintracht im Europapokal erfolgreich. Nouripour nippt am Milchkaffee. Es ist 9 Uhr morgens. Vermutlich auch etwas früh für Handkäs’.

Es wird ernst. Nouripour spricht nicht mehr über Fußball, sondern über Erika Steinbach. Er spricht gerne über die CDU-Politikerin, obwohl er sie nicht ausstehen kann. Aber er will und muss in diesen Tagen polarisieren. In seinem Wahlkreis tritt er gegen Steinbach an. Er will sie besiegen, unbedingt, obwohl er über die Landesliste der Grünen abgesichert ist und deshalb mit Sicherheit wieder in den Bundestag einziehen wird. Aber mehr Stimmen als Erika Steinbach zu holen, das wäre für den 38-Jährigen ein persönlicher Triumph.

Steinbach habe mit ihren Ansichten „nichts, aber auch gar nichts mit der Frankfurter Lebenswirklichkeit“ zu tun. Nouripour wirft ihr vor, Ressentiments zu schüren: gegen Migranten, gegen Homosexuelle, er bezeichnet sie sogar als „Bushido der Politik“. Nouripour, der in Teheran geboren wurde, mit 13 Jahren nach Frankfurt kam und sowohl den deutschen als auch den iranischen Pass hat, sieht sich selbst als eine Art Anti-Steinbach. Wenn sie für etwas ist, ist er dagegen, ist sie gegen etwas, ist er dafür. Wobei: Erika Steinbach ist Fan von Eintracht Frankfurt. Schwierig.

Das Gespräch kommt auf die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt. Nouripour schaut nicht wirklich genervt, dafür ist der Kreisvorsitzende der Grünen zu sehr Profi. Aber man merkt, dass er eigentlich keine Lust mehr hat, immer dasselbe zu erzählen: Nein, er strebe keine schwarz-grüne Koalition an, weder im Bund noch in Wiesbaden. Ja, sein Wunschpartner sei die SPD. Nein, für die Koalition in Frankfurt sei das keine Belastung, sie mache „gute, pragmatische Arbeit“. Und vor allem: Nein, die Grünen hätten bei der OB-Wahl nicht für den CDU-Mann Boris Rhein aufgerufen, „der war für unsere Milieus nicht vermittelbar“.

Dieser Tage war Nouripour wieder im Fernsehen zu sehen. Bei Anne Will diskutierte er über die Entscheidung von Oberst Georg Klein, die Tanklaster in Kunduz bombardieren zu lassen. Zuvor lief der Film über den Angriff. Nouripour hätte auch gerne über die Lage in Syrien diskutiert. Er ist verteidigungspolitischer Sprecher seiner Fraktion und beobachtet genau, was im Nahen Osten geschieht.

Syrien, Afghanistan, die Drohnen-Affäre... zu allen diesen Themen äußert sich Nouripour regelmäßig im Fernsehen. Im Wahlkampf könnte er davon profitieren. „Bekanntheit ist eine Währung in der Politik“, sagt er. Am liebsten würde er sich mit dieser Währung einen Sieg über Erika Steinbach kaufen.

 

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