Tweets von Omid Nouripour

Mittwoch, den 23. September 2009
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Gemeinsam mit Cem Özdemir, Tarek Al-Wazir fährt Omid Nouripour mit dem Solarboot auf dem Rhein nach Biblis. Mit grüner Regierungsbeteiligung wird Biblis nicht mehr ans Netz gehen.

Richtungsentscheid über Zukunft der Atomkraft
Von Christoph Risch

ENERGIEPOLITIK "Mit starken Grünen geht Biblis nicht wieder ans Netz" / Menschen am Standort hoffen bei der Wahl auf Schwarz-Gelb

Biblis. Die Botschaft des Grünen-Landesvorsitzenden Tarek Al-Wazir ist eindeutig: "Mit starken Grünen in einer neuen Bundesregierung wird Biblis nicht wieder ans Netz gehen." Gemeint sind die beiden Atommeiler A und B im südhessischen Biblis. Block A ging 1974 ans Netz, Block B zwei Jahre später. Es sind damit die ältesten noch im Betrieb befindlichen Reaktoren in Deutschland, die Grüne nennen sie "Schrottreaktoren".

Al-Wazir kreuzte zusammen mit dem Grünen-Bundesvorsitzenden Cem Özdemir und dem hessischen Spitzenkandidaten Omid Nouripour auf Höhe des Atomkraftwerks auf dem Rhein. Die Besatzungen gleich mehrerer Polizeischiffe sorgten dafür, dass sich einerseits die Politiker auf dem Wasser, andererseits aber auch die Kraftwerksmannschaft an Land sicher fühlen konnten. Die Grünen hatten - sehr umweltfreundlich - für ihre Tour einen Solarkatamaran gechartert, der sonst Touristen lautlos und abgasfrei bei Heidelberg über den Neckar schippert.

Bei der Bundestagswahl am kommenden Sonntag entschieden die Wähler auch darüber, ob die Atomkraftwerke in Deutschland wie vereinbart bis 2021 alle abgeschaltet oder ob die Laufzeiten verlängert würden. Allein die Grünen stünden für den Ausstieg, so Özdemir, weil die SPD mittlerweile nur noch gegen den Bau neuer Atomkraftwerke eintrete. Da irrte der Grünen-Vorsitzende allerdings. Im Regierungsprogramm der SPD steht unmissverständlich: "Der im Atomgesetz geregelte Ausstieg wird durchgesetzt. Wir steigen bis 2021 komplett aus der Atomenergie aus."

Özdemir meint, die Grünen hätten mit ihrer Ausstiegsforderung die Mehrheit der Deutschen bis tief in die Reihen der CDU hinter sich. In Biblis selbst sieht das anders aus. Der Ort lebt vom Atomkraftwerk, das 700 Arbeitsplätze bietet. Der Kraftwerksbetreiber RWE erweist sich in jeder Hinsicht als großzügig, wenn es gilt, den Einwohnern des Ortes zu helfen. Im Gemeindeparlament sucht man einen Grünen vergebens, einen Ortsverein der Partei in Biblis ebenfalls.

Kein Wunder, dass die Hoffnung dort groß ist, dass am Sonntag Schwarz-Gelb die Wahl gewinnt. Union und FDP haben versprochen, dass sie die im Atomgesetz vorgesehenen Laufzeiten für die Atomkraftwerke verlängern. Für die Menschen in Biblis hieße das die Sicherung ihrer Arbeitsplätze über die im Atomgesetz genannten Fristen hinaus. Könnten SPD und Grüne ihre Vorstellungen durchsetzen, bedeutete dies das Abschalten von Block A im nächsten Jahr, von Block B im Jahr 2012.

In Hessen gingen die Lichter dennoch nicht aus, da ist sich Al-Wazir sicher. Schließlich lieferten derzeit beide Blöcke, ohne dass es duster würde, wegen Revisionsarbeiten keinen Strom. Und dabei sollte es auch bleiben, hofft der Grüne.

Quelle: Wiesbadener Kurier vom 23.09.2009

 

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